Kunst aus Kohle
Im Steinkohlerevier Oberschlesiens gibt es ein Flöz (Kohleschicht), dessen Kohle in seiner Zusammensetzung, Aufbau und Eigenschaften geeignet ist, es mit normalen Werkzeugen wie Messer, Meißel, Stechbeitel usw. zu bearbeiten.
Man nennt diese Kohle „Kännelkohle“. Die normale Steinkohle hat Streifenstruktur und ist leicht brüchig. Kännelkohle ist in sich gleichmäßig -homogen- ausgebildet. Ihre Zusammensetzung ist stark bituminös und weist auf eine Entstehung von Pflanzensporen hin, die Eiweiße und Fette enthalten.
Wie es in vielen Ländern Westeuropas Menschen gibt, die auf dem Gebiet der Holzschnitzereien tätig sind, so gab es und gibt es auch heute noch im ehemaligen Oberschlesien Bergleute und Künstler, die Kännelkohle als Bearbeitungsmaterial benutzen. Sie stellen aus Kohle Gegenstände für die verschiedensten Verwendungsmöglichkeiten her wie z.B. Vasen, Kerzenständer, Aschenbecher, sogar Schmuckgegenstände wie Ringe, Ketten und Armbänder. Die beliebtesten Vorbilder aber sind die verschiedensten Motive aus dem Bergbau und dem Bergmannsleben.
Heute werden von den Künstlern Plastiken fast ausschließlich für Museen oder als Geschenke für Staatsbesuche hergestellt. Ganz selten wird für Privatpersonen gearbeitet.
Die im Hotel Haus Gabriel ausgestellten Kohleschnitzereien sind wohl die größten westeuropäischen Kohlesammlungen, die in mehreren Jahrzehnten durch den Sammler zusammengetragen wurden. Durch seine persönlichen Kontakte zu mehreren Künstlern in Oberschlesien wurden nach seinen Anregungen, seinen Wünschen und Motivvorschlägen diese Exponate hergestellt.
Die Sammlung unterteilt sich in Motiven für
den alten Bergbau, z.B. Seilfahrt, Förderungden modernen Bergbau, z.B. Walzenschrämladerden allgemeinen Bergbaumotiven, z.B. Panzermeister, Sprengarbeit, Gedingeverfahrendem Bergmannsleben, z.B. Berggeist, St. Barbara.
|